1. Naturheilkundliches Projekt

Eine Gruppe von Ärzten, Krankenschwestern und traditionellen Heilern hat es sich seit 2003 mit Erfolg zur Aufgabe gemacht, die einheimischen Arzneipflanzen zu erforschen, zu verarbeiten und anzuwenden, um die Bevölkerung in den abgelegenen Dörfern von den teuren und oft auch nicht verfügbaren westlichen Medikamenten unabhängiger werden zu lassen. In den letzten Jahren wurden naturheilkundliche Apotheken errichtet, ein Medizinalgarten angelegt und im vergangenen Jahr ein Symposion über den Wert der eiweißreichen Pflanze Moringa, die sehr effektiv zur Behandlung von Unterernährung eingesetzt werden kann, abgehalten.



Der Verein „Tabanka“ bietet qualifizierte Weiterbildung in Naturheilkunde vor Ort, gibt technische Hilfe in der Verarbeitung der Heilpflanzen (z.B. Finanzierung von Solartrocknern) und unterstützt die weitere Anlage von Medizinalgärten und naturheilkundlichen Apotheken.


2. Solarlampenprojekt

Da Guinea-Bissau in der Nähe des Äquators liegt, gibt es dort nur 12 Stunden Tageslicht. Um Schulaufgaben machen, lernen, studieren, sich weiterzubilden zu können bedarf es einer ausreichenden elektrischen Versorgung.
Wenn überhaupt, gibt es nur in den Städten und dann meist nur stundenweise und auch nur sehr unregelmäßig Strom. Aufgrund des steigenden Ölpreises wird für die armen Länder die Erzeugung von Elektrizität immer schwieriger. Die verwendeten Kerzen oder Petroleum-lampen sind lichtarm, gefährlich und gesundheitsschädlich. Immer wieder kommt es zu verheerenden Bränden.

Eine Verbesserung der Lebensbedingungen wurde durch die Firma Solux aus Taufkirchen erreicht, die LED-Lampen mit Solarpanels zum Aufladen vertreibt. Es gibt unterschiedliche Typen. Zum einen kleine handliche, aber sehr lichtstarke Lampen, die sowohl als Taschenlampen als auch zur Arbeitsplatz-beleuchtung geeignet sind, etwas größere als Standmodelle zur Beleuchtung eines Raumes und eine weitere Lampenform als Bausatz.
Seit 2008 haben wir 800 kleine Lampen und 100 Bausätze nach Guinea-Bissau schicken können. Bisher gab es keine Probleme, man ist mit Lichtstärke und Lichtdauer sehr zufrieden. Nach einem etwas zögerlichen Beginn sind die Lampen „der große Renner“, vor allem seit der Komplementierung mit Handyadaptoren. Jetzt können über die Solarpanels auch Handys aufgeladen werden, nicht nur das eigene sondern gegen ein geringes Entgeld auch das von Bekannten, womit der Besitzer die Möglichkeit einer zusätzlichen kleinen Einnahmequelle besitzt. Handys sind in afrikanischen Ländern auf Grund der fehlenden oder schwierigen Transport- und verbindungswege von enormer Bedeutung für die Kommunikation.

Mit Hilfe des Vereins wurde eine kleine Solarwerkstatt eingerichtet, in der die Bausätze zusammengebaut und auch Reparaturarbeiten (z.B. Ersatz der Batterie) vorgenommen werden können. Inzwischen sind 2 Männer als Solartechniker ausgebildet worden, die ihr Wissen in einer Berufsschule weitergeben.
Die Lampen werden zu einem subventionierten Preis, bei Wunsch auch in Raten, in den Dörfern verkauft, das Geld wird auf ein Extrakonto in Bissau eingezahlt und davon werden in Absprache mit unserem guiniensischen Projektpartner weitere Dorfprojekte finanziert, z.B. Schulgärten, Mutter-Kind-Zentren, usw.

Als wir bei einer Projektreise anmerkten, dass unser Projekt auf Grund seines geringen Ausmaßes ja nicht sooo wichtig für die Entwicklung des Landes ist, wurde uns entgegnet:
“ Überlegt einmal, was es für ein Volk, das Jahrhunderte lang in der Dunkelheit gelebt hat, bedeutet, jetzt über Licht zu verfügen!“

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