Projektreise vom 20. Mai bis 06. Juni

Eigentlich sind wir so einiges gewöhnt, was unsere Bissaureisen anbelangt, aber diese hat alle getoppt!
Schon sehr schwierig im Vorfeld: werden meine geplanten Bücher rechtzeitig fertig sein, werden das Visum und unsere Pässe vor Reisebeginn ankommen und arbeitet die Botschaft überhaupt, wird der Gesundheitszustand unserer älteren Generation eine Reise erlauben, werden die ersten freien Wahlen in GB 2 Jahre nach dem Putsch ruhig verlaufen?

Dienstag, 20.05.2014: Ankunft in Dakar

Seit einem halben Jahr hat auch der Senegal die Visumspflicht eingeführt, verbunden mit biometrischer Datenerhebung, und verdient 50 Euro an jedem Einreisenden. Vor lauter Beeindrucktsein lässt gleich einer von uns sein Portemonnaie dort liegen, was 5 Minuten später spurlos verschwunden ist, samt IC Karte natürlich.

Mittwoch, 21.05.2014: ein Tag in Dakar

Was gibt es nicht Alles in dieser lauten afrikanischen Großstadt! Eigentlich alles, wovon man in Bissau nur träumen kann: eine Bäckerei mit Moringabrot, einen Chocolatier, einen Laden mit lokal hergestellten Produkten, wie Sesam, diversen Hirsesorten, dem berühmten senegalesischen Hibiskustee, Seifen, Moringa, Erdnußöl, Taschen… Wir besuchen eine interessante Einrichtung, die schon seit den 80er Jahren in Bezug auf Dorfentwicklung, Gesundheitsverbesserung, Schulbildung und auch Naturmedizin im Senegal aktiv ist und schon viele Bücher zu diesen Themen herausgegeben hat. Für beide Seiten ein interessanter Austausch.
Der Bauboom ist unübersehbar, überall entstehen riesige Hochhäuser, wobei die Frage ist, wer diese Wohnungen bewohnen wird, da die soziale Schere immer weiter auseinander klafft. Zur Zeit findet die alle 2 Jahre veranstaltete „Art Dakar“ statt, eine Darstellung der bildendenen Kunst Westafrikas, verteilt in diversen Gebäuden der ganzen Stadt.

Ousmane Sow-DakarArt (FILEminimizer)

Beeindruckende überdimensionale, aber sehr ausdrucks-starke Pappmascheefiguren von Ousmane Soy in einer Baufirma ausgestellt, Bilder nordafrikanischer Künstler in 2 Pavillions am Meer, wobei im Außenbereich gerade die Vorbereitungen für eine riesige Nescaféwerbeveranstaltung mit Bühne und überdimensionalen Lautsprecherboxen laufen, und sehr unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen im Künstlerdorf, einfache Baracken mit einem Atelier am Anderen. Abends schwimmen im Meer.

Am Strand unzählige improvisierte Fußballfelder. Vielleicht trainiert ja schon ein zukünftiger Fußballstar, der den Sprung ins große Geld schaffen wird. Viele junge Männer vollführen trotz Hitze endlos Liegestütz oder andere anstrengende Übungen, um ihren Körper dem angesagten Schönheitsideal nahe zu bringen.

Donnerstag, 22.05.2014: Ankunft in Bissau

Durcheinander am Flughafen. Unser Weiterflug nach Bissau ist kurzfristig annulliert worden. Wir hätten gestern fliegen können oder morgen. Da unser Mitreisender einen Flug bei einer anderen Fluggesellschaft hat, er noch nie in GB gewesen ist, niemanden dort kennt, kein Portugiesisch spricht, fühlen wir uns verantwortlich und müssen fliegen. Eine Umbuchung ist nicht möglich, wir müssen einen neuen Flug buchen und auch bezahlen. Was einfach und logisch klingt, ist eine Riesenrennerei.
Ankunft in Bissau, trotz der vielleicht gerade einmal 500 km Entfernung 10° heißer. Niemand am Flughafen, um uns abzuholen und wir hatten doch wiederholt unseren genauen Reiseplan geschickt. Auch in der kleinen Hotelfachschule sind alle über unsere Ankunft überrascht und richten in Eile unsere Zimmer her. Der große Schock dann bei unserer Partner-NGO: weder meine Bücher, mit denen ich in allen geplanten Kursen arbeiten will, noch die Köfferchen für die Dorfhebammen sind angekommen.
Was war passiert? Im März war der Chef dieser Organisation, unser Freund Pepito gestorben.

Pepito-Cabedú-2013 (FILEminimizer)

Ein Schock für das ganze Land und auch für uns. Er, der immer voller Begeisterung für neue Ideen war, voller Energie versucht hat, die Lebensbedingungen der Land-
bevölkerung zu verbessern, alles geregelt hat, über alles Bescheid wusste, er ist nun nicht mehr. Dieses „von ihm behütet sein“ habe ich sehr vermisst. Die Trauer über seinen Tod haben wir auf der ganzen Reise gespürt und sie ist auch immer wieder thematisiert worden.
Seine Organisation hat noch im März die e-mail Adresse geändert und vergessen, uns zu informieren, so dass unsere Briefe und auch die Frachtpapiere nicht angekommen sind. Es gibt Unklarheiten, wie es weitergehen soll, und in dieser Übergangsphase ist es einfach schwierig. „Der Kopf fehlt“, wie es die Guinienser ausdrückten.
Aber meine Struktur für diese Reise ist mir nun auch abhanden gekommen. Ich hatte mit Hilfe zweier guiniensischer Karikaturisten einen Comic über den Wert des Händewaschens mit Wasser und Seife vorbereitet. Das Büchlein ist für Schulen gedacht und soll als Paket mit Buntstiften und Spitzer an die Schüler verteilt werden, vielleicht kann durch das Ausmalen das Thema besser verinnerlicht werden. Es wurden 5000 Exemplare gedruckt und auf den Wasserweg gebracht, teils für die Umweltschulen von AD, teils für Schulen in Selbstverwaltung, angeschlossen an kirchliche Einrichtungen. Das andere Buch war das Ergebnis jahrelanger Arbeit mit der naturheilkundlichen Gruppe. „Wie kann man die häufigsten Krankheiten in den Dörfern mit Heilpflanzen behandeln“ - in geschriebener Form und zugleich in Pictogrammen, um auch den Frauen in den Dörfern, die nicht lesen können, den Zugang zu ermöglichen. Ein kleines Bausteinchen zur mehr Selbstständigkeit.
Was weiterhin fehlt, sind die Hebammenköfferchen, die ich mit einem Manual, das wir aber glücklicherweise in unseren Koffern mitgeschleift hatten, in Kursen mit den Hebammen einführen wollte.

Buch-Hände waschen

Dennoch dürfen wir gleich ein Interview bei einem Stadtteilradio geben. Ich spreche über meine nicht vorhandenen Bücher (stimmt so nicht ganz, ich hatte in weiser Voraussicht jeweils 1 Exemplar in mein Handgepäck gesteckt!) und Arnold über die Auswirkungen der Klima-
veränderung auf die guiniensische Landwirtschaft. Im Hintergrund läuft unser häufig gespielter Moringa-Rap. Einkaufen von Brot und Mangos. Es ist Mangozeit. Überall am Straßenrand werden sie verkauft, kleine, große, herzförmige, ovale, gelbe, rote, grüne - eine Pracht. Und dazu der Geschmack und die Süße dieser vollreifen Früchte! Den Kauf einer Papaya verbinde ich gleich mit der Aufklärung über die medizinischen Fähigkeiten dieser Frucht. Am nächsten Tag frage ich bei dem erneuten Kauf nochmals nach. Die Frauen können sich an jedes Detail erinnern.
Beim Abendessen (trockenes Brot, Mango, Papaya und ein Rest zerlaufener Schokolade) schauen einige Freunde vorbei, um uns willkommen zu heißen. Welch eine Freude, meine guiniensische „Tochter“ ist hochschwanger!
Die Nacht ist sehr heiß und schwül und leider auch sehr laut, weil der Nachbar auf der anderen Straßenseite seinen lauten Generator bis früh morgens laufen lässt, ohne dass wir davon einen kühlenden Nutzen gehabt hätten.

Freitag, 23.05.2014

Schon am Morgen heiß und schwül. Die Regenzeit hat dieses Jahr schon sehr früh an-
gefangen. Die schwarz-grün schillernden Vögel mit den langen wippenden Schwanzfedern unterhalten sich lautstark. Frühstück: Nescafé mit luftigem Baguette.
Die Umweltschulen wollen mit Gesundheit-Hygiene-Ernährung ein neues fächerübergreifendes Unterrichtsfach einführen, wozu meine Bücher ganz gut passen könnten. Als neues Jahresthema haben die Lehrer „Hygiene“ gewählt, was für jede Schule und jedes Dorf entsprechend den Erfordernissen gestaltet werden soll. Vorab bekommt jedes Klassenzimmer schon einmal einen Wassertank mit Hähnchen zur hygienischen Trinkwasserentnahme.
Wir hören, dass ein Container angekommen ist. Den ganzen Vormittag verbringen wir mit dem Rotieren zwischen Spedition, Zoll und Finanzministerium. Warten, warten, warten.
Auch die Hilfe eines Freundes erbringt nichts. Die Papiere sind nicht im Finanzministerium. Wir müssen noch einmal von vorne anfangen: Spedition, Zoll, Finanzministerium. Dabei entdecke ich zu meinem Erstaunen eine chemische Reinigung (habe ich in Bissau noch nie gesehen) und einen silbernen Jaguar! Ja und wir sind wieder so weit wie zu Beginn. Freitag Nachmittag arbeiten hier die Behörden auch nicht mehr, also haben wir die Hoffnung auf Montag. Montag ganz bestimmt!
Für den Nachmittag steht die Weiterreise nach Bissora zu dem Bienenprojekt an. Den Verantwortlichen konnte ich bisher telefonisch nicht erreichen (hinterher erfahre ich, dass er eine neue Handynummer hat), aber plötzlich steht er doch da. Er hat den ganzen Vormittag gebraucht, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bissau zu kommen. Aber wie kommen wir jetzt zusammen zurück nach Bissora, vor allem mit unserem gesamten Gepäck, das auf unserer Rundreise verteilt werden soll? Ein Freund springt ein und leiht uns Auto samt Fahrer. Wir fahren in der zunehmenden Dunkelheit über holprige Staubstraßen. Kurz vor Bissora ein großes hellerleuchtetes Gelände. Es handelt sich um ein großes von Chinesen betriebenes Sägewerk. Die Abkommen sind undurchsichtig. Besteht ein Vertrag mit dem chinesischen Staat oder ist es die chinesische Mafia? Auf jeden Fall wird in GB rigoros abgeholzt, in diesem Jahr, das heißt in 5 Monaten, so viel, wie in den letzten 20 Jahren nicht. Man hat es vor allem auf hochwertige Hölzer abgesehen, wie z.B. das „Pão de sangue“ (Blutholz), das zugleich auch ein wertvolles Heilmittel bei Blutarmut darstellt.
Es ist so traurig! Die einzigen bescheidenen Werte, die dieses arme Land besitzt, werden gnadenlos geraubt: Holz von den Chinesen, schwere Erden von Russland und die Fische in den Küstengewässern werden international aufgeteilt! Die Bevölkerung wird nicht informiert und hat kaum Möglichkeiten sich zu wehren. Verträge werden nicht öffentlich gemacht, und man weiß nicht welche Rolle die Verantwortlichen in der Regierung spielen.

Dino-Bienenprojekt (FILEminimizer)

In Bissora werden wir alle drei zusammen im Schlafzimmer einer Familie untergebracht. Da nur gerade Platz für die Betten ist, wird es zusammen mit unseren Koffern etwas eng. Im Hof werden wir willkommen geheißen, immer wieder kommen neue Leute, um uns zu begrüßen. Mit der Taschenlampe durchs dunkle Dorf, um die Mutter einer Freundin zu besuchen. Welch ein Schmutz am Marktplatz! Es war „Lumo“ gewesen, der Wochen-markt, zu dem alle von weit her zum Einkaufen strömen, und wo man dann einmal in der Woche alles Erdenkliche bekommen kann. Als Folge liegen überall die kleinen Plastiktüten von selbstgemachtem Eis, Wasser in Beuteln…herum und werden vom Wind weiter verteilt. Abfallbeseitigung ist ein großes Problem, im kleinen und im großen. Es wird gemunkelt, dass demnächst die Plastikeinkaufs-tüten verboten werden, wie schon z.B. in Ruanda, das wäre schon ein erster Schritt.

Samstag, 24.05.2014

Schutzanzug-Bienen (FILEminimizer)

Das neue Bienenzentrum soll eingeweiht werden. Aber zuerst einmal Frühstück unter den Flamboyants, riesigen, weit ausladenden Bäumen mit großen, strahlend roten, kompliziert auf-
gebauten Blüten, eine wunderbare Bienenweide. Und so sitzen wir in der morgendlichen Wärme, schlürfen unseren Nescafé, begleitet vom Gesumm der Bienen, dem lauten Vogelgezwitscher und dem Gekräh vieler Hähne.
Pura vida!
Uns wird voller Stolz das kleine Bienenzentrum, bestehend aus 2 Räumen gezeigt, das vor allem der Wachsverarbeitung (Cremes, Kerzen, Lippenstifte) dienen soll. Passend dazu hat sich im leer stehenden Nachbarhaus ein großer Bienenschwarm eingenistet. Auf einem Tisch werden die hergestellten Produkte (der Renner ist eine Kerze mit Osterhasenmotiv) und verschiedene Bienenkörbe ausgestellt und die genähten Schutzanzüge vorgeführt.
Mein als neue Marktidee mitgebrachter Honig, vermischt mit Blüten und Cashewnüssen, ist in unglaublicher Eile wegprobiert. Nach und nach kommen etwa 50 Teilnehmer zusammen, darunter 2 Bekannte aus der Medizingruppe. Es werden Reden gehalten, es wird viel diskutiert und Informationen werden ausgetauscht. Beeindruckend der Eifer dieser Gruppe, Strukturen zu erschaffen oder alte zu verbessern und das neben einem EU Großprojekt in der Nachbarregion! Es wird angestrebt, sich mit bestehenden Einrichtungen zu vernetzen, Fortbildungen in der Wachsverarbeitung zu halten, Schulen für die Bienenhaltung zu interessieren und in den Dörfern über den Wert des Honigs zu informieren, um den großen Zuckerkonsum zu verringern und stattdessen einen moderaten Honiggebrauch einzuführen (Diabetes ist in den letzten Jahren zu einem großen Problem geworden).

Bienenprodukte

Wir sind sehr beeindruckt vom tiefen Wissen und den Erfahrungen einzelner Imker.
Neue Ideen unseres in Bienenkunde erfahrenen Mitreisenden, wie eine Kronkorkenkette zum „Zähmen der Bienen“, das heißt, sie an Bewegung in der Nähe des Bienenstockes zu gewöhnen, Kräuter mit ätherischen Ölen an Stelle von Rauch zur Vertreibung der Bienen bei der Honigentnahme und eine andere Art des Bienenkastens mit Entnahmeöffnung nach unten wurden diskutiert. Man muss die Anpassung an bestehende Gewohnheiten abwarten. Alle sind sich einig, dass nicht mehr mit Feuer gearbeitet werden soll, um die Völker nicht zu schädigen.

Bissora-verfallende Projekt gebäude (FILEminimizer)

Unter den großen Bäumen wird von einer Gruppe von Frauen in riesigen Töpfen auf dem Drei-Steine-Herd das Mittagessen gekocht, während wir zwar im Schatten aber bei Temperaturen zwischen 35 und 40° herumsitzen, reden und warten. Mein Kreislauf und Blutzuckerspiegel schalten auf Sparflamme. Endlich um 15 Uhr Reis, Fisch, Fleisch mit Sauce und gekochtem Kraut - meine Rettung.
Die Kleinstadt oder das große Dorf Bissora ist sehr weitläufig angelegt und geprägt von Projektruinen. In den 80er Jahren gab es hier z.B. ein riesiges Viehzuchtprojekt, von der Schweiz finanziert. Die heute verfallenen Häuser stehen ungenutzt herum. Immer wieder wundern wir uns, was es nicht schon alles an Groß- und Kleinprojekten gab und gibt und immer wieder stellen wir uns die Frage, ob sich dadurch etwas wesentlich für die Menschen verändert hat. Es wird nach weiteren Projekten gerufen, weil mit Projekten Geld fließt. Wenn das Projekte dann zu Ende ist, wird wieder gewartet.
Es werden liebend gerne Fortbildungen wegen des Tagesgeldes, das die großen Organisationen zahlen, besucht, aber das erworbene Wissen danach nicht angewendet. Wo ist der Ehrgeiz, die Neugier, eigene Ideen und Visionen zu verwirklichen? Wenn ich sehe, wie Kinder von klein auf daran gewöhnt werden, im Kreis der Erwachsenen (z.B. wenn sie die Mutter an einer Fortbildung teilnimmt) stundenlang ruhig dazusitzen ohne einen Laut von sich zu geben und Falschverhalten umgehend diszipliniert wird, dann kann ich den Ursprung dieser Lethargie, dieses anerzogenen Abwartens, ein kleines bisschen verstehen.
In Bissora gibt es eine Missionsstation mit 4 katholischen Schwestern, mit denen wir während der letzten Reisen immer wieder Kontakt hatten. Sie sind sehr aktiv, bauen gerade einen Kindergarten, begleiten mehrere Schulen in Selbstverwaltung, geben Religions-
unterricht und betreuen 26 Dörfer mit dem von Brasilien kommenden Programm „Pastoral das crianças“, was Schwangeren- und Kleinkindbetreuung umfasst. Ein weiteres staatlich unterstütztes Programm, mit dem man sich die Arbeit teilen könnte, arbeitet immer nach ihnen in den gleichen Dörfern. Es wäre eigentlich sinnvoller, wenn sie die restlichen Dörfer betreuen würden, aber so kann man leichter Erfolge vorweisen.
Abends leisten wir uns ein kleines kühles Bier in der Nähe des Marktplatzes. Real Madrid spielt gerade gegen Atletico, was wir am an- und abschwellenden Lärmpegel der Fußballbegeisterten vor einem großen Fernsehgerät mitbekommen. Wir lernen einen jungen Schneider kennen, der in der Schneiderei seines Vaters arbeitet. Mit der Herstellung von sehr akkurat genähten Taschen will er sich ein Zubrot verdienen, um sich das Schulgeld für die Universität zu erwirtschaften. Ich bin froh, es gibt also doch Ausnahmen, was die Verwirklichung von persönlichen Zielen und Visionen anbelangt!

Sonntag, 25.05.2014


Wir werden um 7 Uhr geweckt, um noch in der Morgenkühle einzelne Bienenvölker zu besuchen. Bienenkörbe werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt: aus demselben Gras geflochtene, wie es auch zur Hausabdeckung verwendet wird, aus hohlen Baumstämmen, und aus von einem Schreiner hergestellten Holzkästen. Von einer der wenigen weiblichen Imkerinnen wird berichtet, dass sie aus großen alten Konservendosen einen vom Gewicht her leichteren Bienenkasten selbst entwickelt und hergestellt hat. Es werden Anstrengungen unternommen, die Kästen, die in Flussnähe in den Mangroven oder auch in hohen Bäumen angebracht sind, durch Abdeckung mit Zinkblechen gegen den Regen zu schützen und dauerhafter zu machen. Wir sehen sogar einen riesigen, frei an einem Baum hängenden Schwarm. Es bestehen Kenntnisse über Pflanzen, die wie ein Lockstoff wirken, und mit denen man einen Bienenkorb ausreiben kann, damit die Bienen sich darin ansiedeln.
Unterwegs sehen wir in Gehöften Trockengestelle mit trocknenden Mangoscheiben. Scheint jetzt häufiger gemacht zu werden denn es gibt Mangos im Überfluss. Selbst die frei herum-laufenden Schweine mögen keine mehr fressen.

neues Grün nach ersten Regen

Es wird schon wieder heiß. Vor allem die hohe Luftfeuchte macht uns zu schaffen. Man ist dauernd schweißgebadet, auch nachts, die Haut juckt und sticht, und die Mückenstiche tun noch das Ihrige dazu. Das Höchste an Wohlbefinden vermittelt dann eine lauwarme Dusche, so man diese zur Verfügung hat. Der Himmel ist oft bewölkt und es herrscht ein gedämpftes Licht; dennoch hatte ich gleich am ersten Tag einen Sonnenbrand.
Nach dieser fast 6 monatigen Trockenzeit ereignet sich nun mit dem ersten Regen eine Explosion der Samen und Pflanzen. Der rote Boden überzieht sich in wenigen Tagen mit einem grünen Grasschleier, was einen wunderschönen Kontrast ergibt und die überall herumliegenden Plastikabfälle gnädig zudeckt. Die Baobabs belauben sich in Windeseile mit hellgrünen Blättern, viele Bäume blühen. Das Land verliert seinen ausgetrockneten Charakter und strotzt vor Grüntönen. Auch wenn es anstrengender ist, so ist die Regenzeit doch die schönere der beiden Jahreszeiten.
Dann sitzen wir wieder lange im Schatten und schlürfen den 3 mal aufgegossenen grünen Tee. Ein junger Künstler zeigt uns seine selbst bemalten Kalebassen.
Eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Termin steht der Fahrer da, um uns zum nächsten Projekt nach Djalicunda zu bringen. Unser Bienenkundiger bleibt noch ein paar Tage im Projekt und wird früher als wir zurückfliegen. Die Staubstraße des letzten Jahres hat sich in eine wunderbar glatte Asphaltstraße mit Schwellen vor dem Dorfanfang und nach dem Dorfende verwandelt. Unglaublich, wie eine neue Straße gleich auch den Dorfaspekt verbessert!
In etwas Entfernung vom Dorf (damit sich die Ziegen nicht darübermachen) Mangostücke zum Trocknen am Straßenrand, oft auf den blanken Steinen ausgebreitet. Nun mit einsetzender Regenzeit wird die Mangofliege wieder zum Problem, die die Mangos ansticht und Eier hineinlegt. Die Zeit zur Schweineaufzucht ist günstig. Ein Ferkel für
15 000 CFA gekauft, das sich an Mangos groß frisst, kann dann für 80 000 CFA in Bissau verkauft werden, ohne dass es große Mühe bereitet. Die Cashewzeit geht dem Ende entgegen. Man sieht noch vereinzelt ausgehöhlte Baumstämme unter den Bäumen, wie ein schräg aufgestelltes Boot mit einer Öffnung unten, in dem die Cashewäpfel ausgepresst werden, der Saft aufgefangen und dann vergoren in Kanistern, oben mit Palmblättern verschlossen, als Wein verkauft wird.

Cajusaft-Gewinnung in Jalicunda (FILEminimizer)

Die Nüsse werden gesammelt, in 60kg Säcke verpackt, mit riesigen, hoch-
beladenen Lastern nach Bissau in große Lagerhäuser gebracht und dann zur Weiterverarbeitung nach Indien verschifft. Der Cashewpreis, der jedes Jahr staatlicherseits neu festgelegt wird, liegt dieses Jahr bei 250 CFA (etwa 40 Cent) pro Kilogramm, was zu 50 bis 100 CFA im vergangenen Jahr sehr zufriedenstellend ist. Allerdings ist der Ertrag sowohl an Mangos als auch an Cashews bedingt durch eine sehr extreme Hitzeperiode während der Blüte geringer ausgefallen (auch bei uns war es im März schon auffallend warm).
Auf dem letzten Stück Staubstraße bis Djalicunda schon große Wasserwannen, dort dann heiß, trocken, still und unser großes „Gemach“ vom letzten Jahr mit unendlich viel Platz zur Verfügung. Auf einem Rundgang besuchen wir die Baumschule und den am Waldrand liegenden Heilpflanzengarten. Zwei neue Rundhäuser, gedacht als Verarbeitungsstätte der Heilpflanzen, sind neu errichtet worden, aber noch nicht fertig. Der letztes Jahr sehr verwilderte Garten ist gesäubert worden, aber die Pflanzen machen einen sehr vertrockneten Eindruck, der Brunnen hat nahezu kein Wasser mehr. Ein Biologe aus Bissau ist zwischenzeitig da gewesen, um eine Bestandsaufnahme zu machen, aber Ende diesen Jahres geht das von Spanien finanzierte Projekt zu Ende und eine weitere Finanzierung steht in den Sternen.
Auf dem weiteren Weg finden wir Pflanzen mit großen weißen, lilienähnlichen Blüten und anderen, bei denen auf hohen Stängeln große rote lauchblütenähnliche Kugeln sitzen. Es ist eben Regenzeit!
Ein ganzes Stück Wald bis ganz nahe an das Bienenhaus heran ist abgebrannt.
Die Bienenkästen sind besiedelt, die Bienen allerdings sehr aggressiv und wie wir später erfahren, ist der Honigertrag dieses Jahr durch den Brand sehr viel geringer.
Das Zentrum selbst arbeitet in vielen Dörfern. Es werden Ausbilder zu dörflichen Themen wie Fruchtverarbeitung (Marmeladen, Säfte), biologischer Landwirtschaft, Salzgewinnung….ausgebildet. Das Zentrum selbst ist zum Produktionsort von diversen Säften wie Mango-, Cashew-, Baobab- Farobasaft von ausgezeichneter Qualität geworden. Es bestehen gute Marketingaussichten in Restaurants von Bissau. Wie überall ein großer Mangel an Gefäßen. Für den Saft werden die gereinigten Einwegbierfläschchen verwendet, ansonsten kommt vieles aus Italien, sogar die Etiketten.

Montag, 26.05.2014

Nach dem Regen in der Nacht lässt die Sonne die Feuchtigkeit schnell verdunsten und es ist schwül feucht. Mit der Regenzeit sind die Webervögel wiedergekommen und haben die Neembäume besiedelt. Unter großem Geschrei und Gezeter reißen die intensiv gelb-schwarzen Vögel die Blätter ab und verbauen sie mit herbeigeholten Palmblattfasern zu einem kunstvollen zweikammrigen Nest, bestehend aus einer Einflugs/Wohnhöhle und der eigentlichen Nisthöhle. Es gibt ein altes Kinderlied von diesem „katschu kalderau „ , was damals schon unserer kleinen Tochter vorgesungen worden ist. Unterwegs sieht man häufig Kolonien dieser Nester in den weit herabhängenden Palmwedeln.

Man hat sich von mir 2 verschiedene Themen gewünscht. Zum einen die Seifenherstellung, was sich wunderbar mit meinem Hygienethema „Händewaschen mit Wasser und Seife“ verbinden lässt. Wir stellen mit rotem Palmöl intensiv rot gefärbte Seifenblöcke her, variieren durch Zusatz von Kaffeepulver die Farbe etwas und bauen ein Tippy Tap, eine einfache Händewaschstation mit einem hängenden Wasserkanister. Das ist vor allem Arnolds Aufgabe zusätzlich zu der telefonischen Verbindung mit Bissau, eine Standleitung wäre toll gewesen! Leider ist der Finanzminister heute im Ministerrat und den ganzen Tag nicht greifbar. Für uns unglaublich, dass ein Minister solch eine Lappalie unterzeichnen muss. Es geht nur um einen Container mit einer Hilfssendung! Arnold ist schon fast so weit, dass er unser weiteres Programm cancelt. Auch das Telefonieren ist nicht ganz so einfach. Man muss ein Plätzchen finden, wo der Empfang gut ist; der andere muss genügend Geld auf seinem Telefonkonto und das Gerät eingeschaltet haben und wenn das dann alles passt, ist oft der Hintergrundlärm bei demjenigen so groß, weil er vielleicht gerade mitten auf dem Markt oder an der Straße steht, dass man kaum etwas verstehen kann.
Ein weiteres Thema ist die Verarbeitung von Heilkräutern zu Tee. Immer wieder stoße ich auf die Überzeugung, dass man die Kräuter kochen müsse statt aufbrühen. In der Praxis ist ein Moringatee mit leichtem Zimtgeschmack der Renner. Überhaupt haben Kenntnis und Konsum vom Moringa seit unserer großen Propaganda vor 4 Jahren beachtlich zugenommen. Es wird über Moringatee am Morgen, Moringa aufs Brot, Suppe mit Moringa und den Pulverzusatz zur Hauptmahlzeit berichtet. Nur an die bohnenähnlichen Frucht-stände wagt man sich noch nicht so recht heran.
Da wir noch etwas Zeit haben, basteln wir zusammen mit den Kurteilnehmerinnen die Familienplanungskette, die letztes Jahr im Süden so sehr begehrt war. Mit dem Zustand der Solartrockner, die letztes Jahr angeschafft worden waren, bin ich nicht so ganz zufrieden. Jetzt in der Regenzeit bei geringer direkter Sonneneinstrahlung und hohem Feuchtigkeitsgrad sind sie kaum zu gebrauchen und sollten sauber unter einem Dach im Trocknen aufbewahrt werden. Die Termiten haben die Holzfüße schon kräftig angefressen, so dass das ganze schon sehr wackelig ist.

Dienstag, 27.05.2014

Beim Frühstück werden wir per senegalesischem Fernsehen über das Ergebnis der Europawahl mit dem erschreckenden Abschneiden der Rechtsparteien informiert. Es ist unendlich weit von uns weg, aber was wird das für die asylsuchenden Afrikaner bedeuten?
Fahrt in den Norden. In einem Dorf auf jedem Dach ein Solarpanel. Eines dieser vielen Projekte mit den für uns verwirrenden Abkürzungen.
Unterwegs ist wenig abgebrannt worden, und die Landschaft strahlt in Grüntönen. Das kleine Städtchen São Domingos an der Grenze zum Senegal gelegen, ist heutzutage durch 2 große, in den letzten Jahren gebaute Brücken leicht und schnell erreichbar. Wie war das früher schwierig mit den kleinen Fähren, die mal fuhren und dann wieder nicht!
In São Domingos darf ich meinen Unterricht in einem Raum des Krankenhauses abhalten. Das Krankenhaus besteht aus den typischen afrikanischen Flachbauten, ist 2012 renoviert worden und macht einen sauberen Eindruck. Kürzlich ist sogar ein OP Bereich eröffnet worden und ein Bereich für Augenoptik wartet noch auf die Eröffnung. Die Bevölkerung ist sehr stolz auf die verbesserten Lebensbedingungen: ein funktionierendes Krankenhaus, betrieben von einem kubanischen Ärzteteam, das die Lehrbefugnis einer Universität besitzt, bei uns würde man vielleicht akademisches Lehrkrankenhaus sagen, eine Bank und teilweise sogar eine Straßenbeleuchtung.

Fortbildung fŸr Lehrer in Sao  Domingos (FILEminimizer)

Dazu kommt die Nähe zum Senegal, was interessant ist, was das Einkaufen betrifft. In den Augen der Guinienser ergibt alles zusammen eine hohe Lebensqualität. Das war es auch, was Pepito immer vorschwebte: die Lebensbedingungen auf dem Land so zu verbessern, dass der Drang nach den großen Städten verschwände. Am Kurs nehmen Lehrer der Umweltschulen und Dorfhebammen, die in jeweiligen Dörfern der Schulen arbeiteten, teil. Die Schulgärten funktionieren, Moringa wird angebaut und wächst. Es besteht Nachfrage nach meinem Büchlein über die Behandlung von Fieber vom letzten Jahr. In eine Liste tragen sich 9 Schulen mit einem Bedarf von 2200 Büchern ein. Mit Pepito hatte ich letztes Jahr abgesprochen, wieder eine Pflanze in den Mittelpunkt des Schulunterrichtes zu stellen und wir hatten uns für dieses Jahr auf Papaya geeinigt. Anschließend habe ich das Medizinbüchlein vorgestellt und mein Lieblingsthema „Händewaschen“. Pro Jahr sterben weltweit etwa 6,7 Millionen Kinder unter 5 Jahren. Die Hauptursache sind Durchfall und Erkältungskrankheiten, jeweils zwischen 1,5 bis 2 Millionen, was der Gesamtbevölkerung von Guinea-Bissau entspricht! Zur Verdeutlichung haben wir zu Hause eine Scheibengraphik gebastelt. Wie Kuchenstücke sind die einzelnen Krankheiten farblich dargestellt. Allein durch Händewaschen mit Wasser und Seife nach der Toilette und vor dem Essen (es wird vorwiegend mit der Hand gegessen) kann man die Todesrate an Durchfallserkrankungen halbieren und ein Viertel der Todesfälle bedingt durch Bronchialerkrankungen und Lungenentzündungen vermeiden. Wenn man diese Teile der Graphik weiß abdeckt, wird deutlich, dass man auf diese Weise ¼ der Kinder retten könnte, die Normalerkrankten noch gar nicht betrachtet.
Um den Übertragungsweg über die Hände zu verdeutlichen, lasse ich einen, mit einer nur im Schwarzlicht fluoreszierenden Flüssigkeit, getränkten Ball weiterreichen. Die Hände erscheinen sauber, haben auch keinen auffallenden Geruch. Welch ein Erstaunen, plötzlich leuchtend gelbe Flecken auf den Händen zu sehen, als sie mit einer UV-Licht-Taschenlampe angestrahlt wurden. Händewaschen nach der Toilette und vor dem Essen, eine einfache Handlung, billiger und effektiver als jedes Medikament! Dazu noch unsere Händewaschstelle, die wir im Krankenhaushof gebaut haben, eine überzeugende Einheit. Alle probieren das Tippy Tap gleich aus. Ich hoffe auf die Umsetzung in Kindergärten, Schulen und zu Hause!

Tippy-Tap in Jalicunda (FILEminimizer)

Arnold kommt mit der Info, dass die Bücher bei AD angekommen sind. Welche Freude! Endlich!
Beim Gespräch mit dem Koordinator der EVA-Schulen lernen wir die beiden kubanischen Ärzte kennen, die zwar auch Naturheilkundeunterricht für ihre Studenten geben, aber mit kubanischen Pflanzen, die hier meistens nicht wachsen. Die Tochter des Koordinators kommt herein und bringt uns ein Gläschen des berühmten Tees. Er stellt mich als die Autorin ihres Lieblingsbuches vor und fragt sie nach den Hauptpersonen. Ihre Antwort ist Quinta und Tia Ana, die granteliche Tante, die immer alles besser weiß.
Eine junge guiniensiche Sozalarbeiterin, die wir letztes Jahr kurz kennengelernt haben, führt uns zu dem von ihr initiierten Kindergarten in einem Straßendorf kurz vor der senegalesischen Grenze. Ich muss schon etwas schlucken, als sie uns ein halbzerbrochenes Palmwedelgeflecht zeigt. Der König der Region hat ihr allerdings ein Grundstück in der Nähe zugesagt, das wir uns dann anschauen. Ein großes offenes Gelände, direkt daneben eine Reisschälmaschine, in einem kleinen offenen Häuschen von Plan International gebaut. Einige große Organisationen haben sich jetzt auf Grund der Flüchtlingsproblematik hier oben im Norden engagiert. Wir übernachten in einem einfachen Gästehaus. Die Situation für die Staatsbediensteten ist extrem schwierig, sie haben seit 5 Monaten kein Gehalt bekommen. Eine extrem schwierige Situation und das meist mit großen Familien hintendran. Dazu ein Auszug aus dem Gedicht des jungen guiniensischen Dichters Rui Semedo über seine Heimat Guinea-Bissau:

Meine Heimat
Sie befindet sich auf dem Kontinent der Kriege.
Im Norden grenzt sie an die Instabilität, im Süden an ethnisch-religiöse Trennwände, der Westen und Osten baden in Elend und Verzweiflung.
Die wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten sind:
Minister zu sein, Drogenhandel, Militärrevolten, Korruption, Unterschlagung der öffentlichen Güter.
Das politische Modell ist der Staatsstreich.
Die Politiker verkaufen sich für Ämter, die Richter für Luxuskarossen, die Abgeordneten für Geld, während die Militärs töten und töten.
Die offizielle Sprache ist die Lüge, aber die gesellschaftlich meist gesprochene ist die der Schmeichelei.
Die nationale Münze ist die Bestechung, unsere Fahne ist der Verzug der Gehälter...

Es wird jetzt sehr viel Hoffnung in die neue Regierung gesetzt. Tagtäglich wird gehofft, dass die neue Ministerliste bekannt gegeben wird. Außerdem hatten sich nach dem Putsch vor 2 Jahren viele Organisationen zurückgezogen oder wie die EU die Gelder eingefroren, und es wird jetzt auf die Geldgießkanne und den großen Fortschritt gehofft. Und vielleicht wird die portugiesische Luftfahrtgesellschaft dann wieder ihre Flüge aufnehmen und das Reisen nach GB erleichtern.

Mittwoch, 28.05.2014

Der Morgen wesentlich kühler als in Djalicunda. Im Neembaum vor unserem Haus hängen ganz viele Flughunde kopfüber.

Hebammenkurs in Dao Domingos (FILEminimizer)

Die Dorfhebammenausbildung steht an. Der Beginn war für 8 Uhr geplant, bis auch die fast Letzte da ist, ist es 9 Uhr 10. Von jeder Hebamme wird mit der Sofortbildkamera ein Passbild gemacht und ein Ausweis erstellt, mit der Verpflichtung, auch bei weiteren Fortbildungen teilzunehmen. Auch die Hebamme von Elalab, dem kleinen Mutter-Kind-Zentrum auf der Insel, das TABANKA vor 2 Jahren mitfinanziert hat, ist da und berichtet, dass sie etwa 1 Entbindung pro Monat hätten und bisher alle komplikationslos verlaufen wären. Eine weitere Hebamme hat ihr kleines Kind dabei, das die Stunden absitzen muss. Wir besprechen die Schwangerenvorsorge unter dem Aspekt, Auffälligkeiten und Risikofaktoren zu entdecken, die die Weiterleitung in ein Gesundheitszentrum erfordern würden. Der Unterricht geht sehr langsam von statten, weil alles erst noch von meinem Criol in die dortige Stammessprache Felupe übersetzt werden muss. Die älteren Matronas nehmen sehr interessiert teil. Neu ist mir, dass es für Schwangere Essenstabus, wie z.B. für Brot und Bananen, gibt. Falls sie das isst, läuft sie Gefahr, ein übermäßig großes Kind zu bekommen.

In der Schreinerwerkstatt von AD werden wir von den dort produzierten 12 Solartrocknern und Solaröfen überrascht. Es sind ihnen gute Nachbauten der vor Jahren in Gambia besorgten Öfen gelungen. Es hat sich allerdings gezeigt, dass ein Holzgestellt für GB nicht adaptiert ist, weil die Termiten sich mit Freude darüber hermachen. Eine Eisenkonstruktion ist schon in Planung. Für die nächste Woche ist die Verteilung von 18 Solaröfen in São Domingos geplant. Interessant ist, dass diese Öfen zum Kuchenbacken verwendet werden und diese kleinen Kuchen dann auf dem Markt verkauft werden. Sehr schön zu sehen, dass ein kleiner Anstoß Früchte trägt, auch wenn die Realisierung länger dauert!
Auf der Rückfahrt fahren wir an einem großen neu gebauten Missionsgelände der italienischen Padres vorbei. Es wird erzählt, dass ein Kapokbaum zu nahe an der neu erbauten Kirche stand und gefällt werden sollte. Der Verantwortliche hat es dann trotz Verbotes in Eigenregie gemacht, mit dem Ergebnis, dass der Baum auf dem Kirchendach lag.
Zurück in Bissau. Der ganze Vorraum von AD steht voll mit Paketen. Aber, es waren die Hebammenköfferchen aus Holland. Auch nicht schlecht, aber von meinen Büchern immer noch keine Spur. Was tun? In Deutschland anrufen und die Frachtpapiere schicken lassen. Durch die zweistündige Zeitverschiebung ist dort schon Feierabend und am nächsten Tag Feiertag, also abwarten.
Eigentlich war noch eine Fortbildung über Naturheilkunde in der Krankenpflegeschule geplant, sie wird aber indirekt abgesagt. Ist es die unsichere Situation des Ministeriums, Angst, einen Fehler zu machen oder Angst vor Kompetenzüberschreitung?

Donnerstag, 29.05.2014

Nach einer weiteren Nacht neben dem Generator beschließt Arnold am Ende der Reise das Angebot unseres Freundes anzunehmen und in dem ruhigen Gästehaus der Padres zu übernachten.
Schnell noch Geldtauschen im Zentrum. Schnell ist gut, weil man für die 3 km mindestens eine halbe Stunde in dichtem Fahrzeuggedrängel braucht mit teilweise sehr eigenen Vorstellungen, was Vorfahrt oder das Anhalten mitten auf der Straße, um jemanden aussteigen zu lassen, anbelangt. Fahrt in den Süden. Unsererseits Erstaunen über die riesigen Lagerhäuser und die Lastwagenkarawanen hoch beladen mit Cashewsäcken in den Außenbezirken Bissaus.
Halt in einer Kleinstadt mit Wochenmarkt. Wir haben das starke Verlangen einen Schluck Kaltes zu trinken. Aus einem Lautsprecher röhrt ohrenbetäubende Musik. Ein Automechaniker lädt mich auf ein kleines Schattenplätzchen unter seinem Dach ein. Dazu gehört in GB immer, dass man sich ein bisschen über das woher und wohin unterhält, und die Namen austauscht. Er versichert mir, dass er immer da sein wird und ich bin mir sicher, er wird meinen Namen noch wissen, auch wenn ich nach 2 Jahren erst wiederkomme.

Brandrodung in Cabedú (FILEminimizer)

Beginn der Staubstraße. Innerlich glaube ich dann immer, bald da zu sein und bin enttäuscht, wenn ich auf dem Hinweisschild sehe, dass es noch immer 78 km löchrige Sandpiste sind. Wir sind erschreckt, welch große Areale im Süden neu abgebrannt worden sind und über immer wieder am Wegrand liegende zu recht gesägte Baumstämme. Den ganzen Weg über haben wir CDs gehört, die der Fahrer aufgelegt hat. Neue Lieder über die Liebe zu GB, über die Jugend, den Wert der guiniensischen Frau, ganz fetzig vertont. Wir würden sie vielleicht in die Kategorie Volkslieder einordnen. Und die letzte Stunde begleitet uns ein Lied über Pepito, ihm zu Ehren komponiert, das ihn und seine Taten preist. Immer wieder nur dieses eine Lied. Und doch hat es gepasst. Er ist uns dadurch ganz nahe. Wir fahren ja auch durch „sein“ Land, das Land, das ihm so ganz wichtig gewesen ist. An einem von ihm initiierten Wildbeobachtungspunkt halten wir mitten im Urwald an. Tiere sehen wir wieder nicht, aber 2 Schimpansenhorden unterhalten sich lautstark über uns; es klingt nicht sehr freundlich.

15 Uhr. Wir treffen in Jemberem ein, dem kleinen Dorf mit den 3 roten, strohgedeckten Gäster und -häusern. Das Essen wartet auf uns und eine wunderbare Überkopfdusche nach der langen Reise. Arnolds Namensvetter mit Familie erscheint zur Begrüßung. Arnoldinho ist ein kräftiger Bub geworden, allerdings mit Panik vor den fremden Weißen.
Mit dem Regionalverantwortlichen für die Schutzwälder im Süden besuchen wir eine große Obstanlage mit 20 verschiedenen Sorten von Mangos, Mandarinen, Limonen, Zitronen, Gujava………..Leider geht vieles kaputt, weil der Transport nach Bissau oder dem Senegal schwierig ist. In der Regenzeit ist die Region auf Grund der schlechten Straße mit ihren vielen Wasserlöchern so gut wie unzugänglich und in der Trockenzeit ist es zwar möglich, aber dennoch schwierig. 2015 soll die Straße mit EU Mitteln an den schlimmsten Stellen ausgebessert werden, sagt man.
Abends treffen wir einen Imker der Region und stellen ihm die Bienenzähmungsketten vor. Er besitzt seit dem Wahlkampf ein Motorrad als Geschenk der Partei. Der Wahlkampf hat auch die landwirtschaftlichen Tätigkeiten beeinflusst, da in jedem Dorf permanent langatmige Wahlveranstaltungen abgehalten worden sind, die man auf keinen Fall versäumen wollte.

Freitag, 30.05.2014

Vogelgezwitscher, Bienengesumme. Die Affen toben schon in den Bäumen, schnappen sich Mangos, beißen ein paarmal hinein und werfen sie auf den Boden. Nachts war ich einige Male von einem lauten eindringlichen hohen Ton, der urplötzlich wieder abbrach, wach geworden. Ich dachte erst an einen exotischen Nachtvogel, aber es waren wohl Frösche, die sich eines extrem wirksamen Resonanzraumes bedient hatten.
Einstündige Fahrt über noch schlechtere Staubstraße nach Cabedú, im Zentrum der Halbinsel Cantanhez gelegen.

Cantanhez-Cabedú (1)

Wie schon im Norden halte ich denselben Kurs hier im Süden mit den Lehrern und Matronas ab. Zu unserem großen Erstaunen steht an jedem Haus des Dorfes ein Tippy Tap. In der Region hat es in der letzten Regenzeit viele Cholerafälle gegeben, worauf Schilder aufgestellt worden sind, wie man das Trinkwasser mit Chlor behandeln und welche weiteren Hygienemaßnahmen man ergreifen sollte, um die Ansteckung zu vermeiden. Dazu gehörte auch diese Händewaschstelle. Arnold hat bei einem Rundgang allerdings festgestellt, dass kein Tippy Tap mehr in Betrieb oder sogar nur noch als Ruine vorhanden war. Hatte man gemeint, dass es nur zu Zeiten der Cholera wichtig wäre? Ich habe nochmals intensiv den dauerhaften Wert hervorgehoben und Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen.
Wir besuchen das kleine Krankenhaus, das mit TABANKA Hilfe renoviert und letztes Jahr eröffnet wurde. Die beiden Krankenpfleger sind mit der Situation zufrieden, haben durch die Solarpanels 24 Stunden Licht, bräuchten aber für ihre Impfaktionen einen Kühlschrank. Letztes Jahr hatten sie 25 Geburten und dieses Jahr auch schon 18, das heißt das Krankenhaus wird von der Bevölkerung gut angenommen. Das Gelände ist eingezäunt worden und es wächst schon Moringa. Mein Wunsch wäre, auch die anderen Heilpflanzen, die in meinem Buch beschrieben sind, anzupflanzen, so dass das Krankenhaus einen Heilpflanzengarten hätte, aus dem sich bei Bedarf jeder bedienen könnte. Ein Anfang ist jedenfalls schon gemacht.
Das Mittagessen lässt auf sich warten. Der einstige Gemeinschaftsgemüsegarten der Frauen ist nicht mehr. Den Grund bekomme ich nicht heraus. Hinter unserem Gemeinschaftshaus wird rotes Palmöl produziert, so wie in vielen anderen Dörfern auch. Es ist die Zeit, in der die Palmfrüchte reif sind. Mehrere Frauen arbeiten gemeinsam unter großen Palmen im Schatten. Jede hat ihre heraus gebrochenen roten Einzelkerne auf einem großen Haufen ausgebreitet, abgegrenzt mit den übrig gebliebenen Spindeln, was sehr schön aussieht. Die Verarbeitung - stampfen, kochen, pressen - wird gemeinsam gemacht. Es ist ein Vergnügen, das tief dunkelrote Öl in den Kanister fließen zu sehen. Hühner laufen herum, Kinder schreien, die Frauen unterhalten sich lautstark und beantworten unsere Fragen.
Aber, man spürt auch schon die herannahende Veränderung, als eine junge Frau Geld von uns für das Betrachten ihrer Tätigkeit fordert. Eine ältere versucht sie zu beschwichtigen und meint entschuldigend, dass das die Haltung der neuen Generation wäre.
Der Dorfchef mit 4 Frauen und 23 in der Welt verstreuten Kinder beschwert sich erst bei Arnold, dass er nicht begrüßt worden ist, will ihn dann aber überreden auf einem seiner Felder im Dorf irgend-etwas zu bauen. Was, ist nicht klar, aber groß sollte es schon sein.
Gegen 16 Uhr ist das Mittagessen fertig. Es gibt als Verlegenheitsessen (weil kein frischer Fisch besorgt werden konnte) Reis mit Ölsardinen und scharfem Zitronensaft. Schmeckt toll!

Palmšlherstellung-Auspresse n-Cabedú (FILEminimizer)

In großer Hitze und Schwüle bringen wir den restlichen Nachmittag hinter uns. Man würde am liebsten die Regenwolken anstechen, damit sie sich erleichtern.
In Jemberem ist das Restaurant wegen des undichten Daches schon ausgeräumt worden. Wir sind die einzigen Gäste, überhaupt hat es dieses Jahr sehr wenige gegeben. Ein spezielles Moringagericht wird häufiger zubereitet. Wir haben große Photos von Moringa zum Aufhängen mitgebracht und eine Moringarezeptsammlung, um vielleicht die Gerichtevielfalt zu erhöhen. Hinter dem Haus wird eine riesige Satellitenantenne, mit der man 22, vor allem brasilianische Fernsehprogramme, bekommen kann, installiert. Die Fußballweltmeisterschaft wirft selbst in diesem abgelegenen afrikanischen Dorf seine Schatten voraus. Wahrscheinlich 4 Wochen, in denen nicht viel anderes läuft als Fußball.

Samstag, 31.05.2014

Arnold streikt und bleibt in Jemberem. Er beobachtet die Affen, freut sich über die Kinder, die im Regen auf dem Bauch über die Terrasse schlittern, schaut dem Bäcker zu, der in einem großen Lehmbackofen etwa 200 Baguettes bäckt, hört dem monotonen Nachbeten einer Koranschule zu. Drei kleine Mädchen rücken ihn immer mehr auf die Pelle. Schenk uns einen Ball – bis nach weiterem Herantasten auch festgestellt wird, dass die weiße Hautfarbe keine Asche oder Farbe ist, kommt die Aufforderung – schenk uns Mill Franc. Früher hatten die Kinder noch Angst vor dem „Weißen Mann“ – und rannten davon – jetzt rufen sie schon von weitem Arnaldo – so ändern sich auch die Zeiten auf dem abgelegenen Land. Im Campus ist der Diesel ausgegangen. Nirgendswo gibt es noch 10 Liter.

Brotbacken am Lehmnofen-Jemberem (FILEminimizer)

Letztendlich leiht die brasilianische Schule 10 Liter, so dass dann auch wieder das Fernsehgerät mit zweifelhaften Shows und Soaps aus Brasilien und Portugal laufen kann und wieder Wasser zum Duschen vorhanden ist.
In Cabedú gibt es wieder die Matronasausbildung. Zu Beginn entladen sich endlich die Regenwolken und es ist solch ein Geprassel auf dem Blechdach, dass man sein eigenes Wort nicht versteht. Wir warten einfach, bis es aufhört. Es geht wieder um die Schwangerenvorsorge und alles muss diesmal in die Lokalsprache Fula übersetzt werden. Meine Aussage, dass eine schwangere Frau nicht schwer arbeiten darf, weil das die Fehlgeburten- und Frühgeburtenrate erhöht, wird nur milde belächelt. Niemand schont eine schwangere Frau, weder die Mitehefrauen noch der Mann. „Schwangerschaft ist keine Krankheit“, es wird bis zum letzten vor Tag der Entbindung gearbeitet. Vor allem die Schwiegermütter üben einen starken Druck auf die Frauen aus, möglichst schnell wieder schwanger zu werden. „Nur als unnötiger Esser im Haus zu sein, geht nicht“. Männer übernehmen wenig Verantwortung für ihre Frauen und auch nicht für die Kinder.
Auch hier wieder die Essenstabus und andere tiefe, für uns fremde Überzeugungen: ein Kind wird mit Käseschmiere geboren, weil die Schwangere etwas Ungutes in der Schwangerschaft gegessen hat, und diese Käseschmiere muss mit allen Mitteln und sei es mit Sand vom Neugeborenen abgeschrubbt werden. Durch einen Fluch oder Übertretungen irgendwelcher Gesetze gebären manche Frauen ein Kind, das noch viele Haare besitzt und einem Affen ähnlich ist. Da gilt es dann Opfergaben zu bringen und Zeremonien abzuhalten. Ich versuche ihnen glaubhaft zu erklären, dass die Behaarung einfach ein Unreifezeichen ist, aber vor allen die alten Matronas bleiben bei ihrem Glauben. Jede Gesellschaft versucht, außergewöhnliche Erscheinungen aus der eigenen Sozialisation und Kultur heraus zu erklären und da kommen hier im Süden Guinés eben solche Erklärungen zustande. Die Hebammenköfferchen haben wir zwar dabei, aber Irma Maria schlägt vor, sie nicht auszugeben, sondern in den Gesundheitsposten zu deponieren und nur bei Bedarf zu holen. Sie selbst will weitere Fortbildungen abhalten und Sauberkeit und Vollständigkeit der Köfferchen kontrollieren. Alle sind einverstanden, dann kommt man auch nicht in Versuchung, die Materialien für etwas anderes zu verwenden. In den Köfferchen, das eine Matrona von einem anderen Projekt vor 3 Jahren bekommen hat, ist gerade einmal noch ein Bürstchen drin.

Info zu TippyTap in Cabedú (FILEminimizer)

In der Mittagspause besuchen wir die „Schule für Frauen“, die eine Kooperative von 50 Frauen mit Unterstützung von TABABNKA gebaut hat. 2 Klassenräume, es fehlt nur noch wenig bis zur Fertig-stellung.
Abend fahren wir zur Missionsstation von Schwester Maria. Auch wieder eine sehr schlechte Staubstraße, gerade breit genug für ein Auto. Wir sind noch nicht weit gekommen, da liegt einer dieser Cashewlaster auf der Seite und versperrt den ganzen Weg. Ein Umfahren geht nicht. Etwa 20 der schweren Säcke sind abgeladen worden und man versucht durch Anschieben den Laster aus der Schlammkuhle zu schieben. Die Räder drehen durch und er bewegt sich keinen Zentimeter. Das wird immer wieder probiert, bis das Profil des einen Reifens nicht mehr vorhanden ist. Schwester Maria versucht immer wieder gute Ratschläge zu geben, aber „auf eine Frau kann man ja nicht hören!“ Dann kommt man zum Schluss, es rückwärts zu probieren. Dazu müssen diese ganzen Säcke wieder umgeschlichtet (60kg pro Sack und sehr sehr heiß!) und die Räder ausgebuddelt werden.
Nach 2 Stunden harter Arbeit kommt der Laster frei. Freundlicherweise lassen sie uns erst durchfahren und laden danach die Säcke erst wieder auf. Geschafft! Aber unsere Freude dauert nicht lange und wir sitzen in einem Schlammloch fest. Schwester Maria, erfahren wie sie ist, versucht mit Allrad vor und zurück in Schaukelbewegungen etwas festen Grund zu erobern. Ich hätte wahrscheinlich längst aufgegeben, aber sie ist unermüdlich und letztendlich schaffen wir es. Es gelingt uns noch vor Einbruch der Dunkelheit den Kindergarten, den neu angebauten Schulraum und den überdachten Essensplatz anzuschauen. Wir machen gemeinsam Pläne für die Umzäunung und den Standort der Tippy Taps. Wegen des fehlenden Zaunes ist von den im letzten Jahr gesetzten Moringabäumen nur noch ein mickriger übrig.
Immer noch gibt es keinen Kontakt zur nur 50m entfernten protestantischen Schule. Überhaupt haben wir uns gewundert über die steigende Zahl von Kirchen und Sekten, die sich in GB tummeln.
Abends gibt es Pizza, von einer brasilianischen Schwester gebacken. „Nicht mal übel“, ist die Meinung der Italienerin.

Sonntag, 01.06.2014

Gottesdienst im Freien mit etwa 10 Teilnehmern. Von der protestantischen Kirche hört man zur gleichen Zeit Lieder und Trommeln herüberschallen. Es ist wohl auch hier ein weiter Weg bis zur Ökumene!
Nach unseren gestrigen Erlebnissen wird beschlossen, Arnold nicht auch der Gefahr des Steckenbleibens auszusetzen, und ich werde auf dem einzigen Motorrad des Dorfes zum vereinbarten Treffplatz gebracht. Herrlich, in der Morgenkühle durch den Urwald zu fahren, um die Pfützen herum, ohne Helm mit flatternden Haaren und sich dabei ganz nett mit dem Fahrer über sein Leben zu unterhalten.

Wegsperrew wird beseitigt (FILEminimizer)

Zurück in Jemberem wollen wir noch einen zweiten Aussichtspunkt besuchen. Er ist an einer Quelle, einem heiligen Ort der Volksgruppe Nalu, gelegen. Es ist ein Schock für uns alle, dass sogar hier in der Schutzzone abgebrannt worden ist. Trotz vieler Aufklärung über den Wert der Wälder, legen Jäger manchmal Feuer, einfach nur, um Wild aufzuscheuchen. Manche Dörfer verhalten sich bewusster. Als eine chinesische Mannschaft begonnen hat, in einem Schutzwald hier im Süden abzuholzen, hat sich das Dorf zusammengetan und die Chinesen aus dem Wald hinaus geprügelt.
Noch schnell noch ein paar Behandlungen und dann wollten wir eigentlich wieder zurück-fahren, aber 2 Bäume liegen über dem Weg und können erst um 14.30 h weggeräumt werden. Na gut, dann packen wir erstmal das Auto. Da noch zwei weitere Leute mitfahren, müssen wir schweren Herzens einen Sack Mangos dalassen.
Die Wartezeit bringen wir mit Affenbeobachtung zu. Die ganze Bande ist da und turnt in den Bäumen herum. Vor zwei Jahren waren noch die großen schwarz-weißen Affen da, die Fidalgos, die aber seitdem nicht mehr aufgetaucht sind. Jetzt sind es kleinere braune Meerkatzen mit langen Schwänzen. Herrlich, wie sie einige Meter durch die Luft von einem Baum zum anderen springen und dann auf dem umklammerten Zweig hin und her schwingen. Zwei minikleine spielen Fangen, ein anderes hängt am Bauch der Mutter.

Wir fahren los. Ja, tatsächlich 2 Bäume liegen quer über der Straße, von der angekündigten Motorsäge keine Spur. Heiß, schwül. Wir laufen trotzdem etwas durch den Wald und bewundern wunderschöne große, blaue Schmetterlinge. Wenn sie nur zu einem Porträtfoto sitzen bleiben würden!
Irgendwann kommt der Trupp mit der Motorsäge und beseitigt das Hindernis. Aus einer dicken Liane, die durchgesägt wird, schießt ein Strahl weißen Saftes heraus, beeindruckend!
Um 17 Uhr können wir weiterfahren. Unterwegs halten wir an einer Umweltschule. In Guiné wird heute am 1.Juni der „Tag des Kindes“ gefeiert und die ganze Schule macht Riesenfete mit tanzen zu lauter Musik und Fußballspielen. Alle Kinder wollen uns die Hand schütteln, es sind ganz schön viele! Der Lehrer macht schon einen ganz abgeschafften Eindruck. Aber tolle Moringabäume und eine große Baumschule haben sie. Sintchur Caramba ist von allen Umweltschulen die aktivste, wird uns gesagt.

Schulung Medicina Natural

Es wird dunkel. Die Mondsichel liegt auf dem Rücken, die Palmen und großen Bäume erscheinen wie Scherenschnitte gegen den Abendhimmel, die Luft voll des Geruchs nach gerösteten Cashewnüssen, die auf kleinen Feuerchen vor fast jedem Haus zubereitet werden. Unser Fahrer fährt in diesem Zwielicht beängstigend schnell, die Scheibe voller Mosquitos, der Gegenverkehr schwer einschätzbar, ist es ein Motorrad, das entgegenkommt, oder doch ein Auto mit nur einem Licht?
Endlich kommen wir gegen 20.30h in Nhabijon, dem Zentrum für ländliche Fortbildung, das dieses Jahr sein 10 jähriges Bestehen gefeiert hat, an. Die Naturheilkundegruppe hat sich hier versammelt und bereitet uns einen überaus herzlichen Empfang.

Montag, 02.06.2014

Wir befassen uns vorwiegend mit den Problemen der Gruppe, was Produktion, Zusammenarbeit, Frage der Ausweitung…. betrifft. Zu diesen 10 Jahren, die ich die Gruppe jetzt begleite, habe ich eine Fotodokumentation gemacht, die deutlich einen Schrumpfungsprozess widerspiegelt, aber auch deutlich macht, dass der harte Kern bestehen bleibt. Ein Vergleich der Verkaufsstatistiken der letzten 3 Jahre zeigt wachsende Tendenzen. Gut bewährt hat sich die Beratungsstelle in Caritas Bissau, wo eine junge guiniensische Ärztin, die auch Mitglied der Gruppe ist, Beratungen und Verschreibungen durchführt. Es wird diskutiert, ob man zur Arbeitserleichterung nicht so etwas wie einen Praktikumsvertrag mit einer Oberschule in Mansoa (wo die Heilmittel produziert werden) abschließt. Vielleicht kann dadurch bei den Schülern auch Interesse für die Heilpflanzen geweckt werden. Immer stärker werden die Tendenzen, der Gruppe Rezepte zu entlocken und dann selbst in die Produktion einzusteigen. Wir einigen uns auch, die Preise etwas zu erhöhen. Des Weiteren besprechen wir auch das Hygieneprogramm, bauen wieder ein Tippy Tap und überlegen, wie die Gruppe das Medizinbuch verbreiten könnte. Man beschließt, als Gruppe aufzutreten und Kurse in Dörfern und anderen Gruppen abzuhalten. Ich merke richtig, wie dieser Gedanke neue Energien freisetzt.
Der Heilpflanzengarten ist gepflegt, auch mit dem rechtzeitigen Ernten und Verarbeiten klappt es besser. Das Zentrum Nhabijon hat im vergangenen Jahr weniger Kurse vor Ort abgehalten, stattdessen mehr in den Dörfern. Es ist schwierig, eine dauerhafte Finanzierung zu finden, manchmal muss man sich den Projektvorgaben anpassen.
Beim Unterricht, der draußen stattfindet, sind wir umgeben vom Gegacker der Hühner und dem Geschrei von 6 Hähnen (das Hühnerhaus ist noch nicht fertig). Ein Ziegenbock führt sich unmöglich auf.

Nachmittags ein heftiger Sturm mit Regen, der in unserem nach allen Seiten hin offenen Versammlungshaus einiges durcheinander fegt. Abends werden die Familienplanungsketten gemeinsam gefädelt (hoffentlich ein neuer Verkaufsschlager in der Apotheke von Mansoa!) und ich versuche der jungen Kollegin eine kleine Einführung in die Homöopathie zu geben.

Dienstag, 03.06.2014

Die Frachtpapiere sind immer noch nicht in Bissau. Erneutes Telefonieren mit Deutschland.
Wir potenzieren zusammen Basilikum, das könnte ein guter Schutz gegen die Pilzerkrankung der Tomaten sein, und den weißen Milchsaft der unreifen Papaya. Auch die Holzausbeutung kommt zur Sprache. „Alles, was wir für unsere Gesundheit brauchen, gibt es im Wald; wir müssen ihn unbedingt schützen“, sagt einer der Engagiertesten der Gruppe.
Zum Abschied hat die Gruppe als Anerkennung für die 10malige Begleitung bisher eine Überraschung vorbereitet: ein gewebtes Tuch in der typischen Bändertechnik mit meinem Namen und dem Namen der Gruppe und ganz ganz vielen Moringaranken! Wir haben uns sehr wohl gefühlt in der Gruppe, fast wie eine Familie.

Grupo Medicina Natural-2014 (FILEminimizer)

In einer Besprechung mit dem Nhabijonteam versuchen wir noch einzelne Probleme zu lösen. So wird z.B. der holzsparende Matin-Schleyer-Lehmofen nicht angenommen, weil man dazu nicht die großen Holzprügel wie für den Dreisteineofen verwenden kann und den Frauen das Holzkleinmachen zu viel ist. Die Männer des Zentrums werden jetzt diese Aufgabe übernehmen. Mal sehen, ob es dann besser läuft. Entgegen meiner Aussage, keinen Artemisiasamen mehr mitzubringen, weil es mit der Vermehrung nicht klappt, haben wir doch wieder welchen mitgebracht, weil wir von der Wirkung gerade bei AIDS überzeugt sind. Ich hoffe, die jetzt einfachere Art der Stecklingsvermehrung wird den Durchbruch bringen. Wir wollen auch einen Versuch mit der Andenbeere und der Bittergurke, einem guten Mittel gegen Diabetes, machen.
Zurück nach Bissau und großes Willkommen im Gästehaus der Padres. Ein Padre, der schon sehr lange in GB ist, hatte einen Autounfall und ist bereit, mein homöopathisches Mittel zu nehmen, nachdem ein anderer erzählt hat, dass er sich einmal nach 2 von mir verabreichten Globuli wie neugeboren gefühlt hat. So spektakulär ist der Erfolg dieses Mal nicht, aber doch zufriedenstellend.

Mittwoch, 04.06.2014

Die Papiere sind angekommen, aber nicht vollständig. Wir besuchen das von Italien finanzierte Kinderkrankenhaus in Bor, einem Stadtteil von Bissau. Einige Male pro Jahr werden Ärzteteams eingeflogen, um komplizierte Fälle zu operieren. Die italienische Kollegin ist voll der Horrorstories. Kinder, die todkrank sind, die sie nach Dakar zur Behandlung verlegen möchte, die aber nicht fliegen können, weil ein einziger Stempel fehlt. Was will ich denn da über mein Problemchen jammern? Sie berichtet über eine erschreckend hohe Tuberkuloserate bei Kleinkindern. In den nächsten Monaten soll ein Tuberkulosezentrum für Kinder gebaut werden. Vielleicht kann unsere Gruppe dort dann mit Moringa und Artemisia unterstützen.
Cumura, außerhalb von Bissau gelegen, ist auch so ein Ort, wo ich die Schulmedizin gerne mit der Naturheilkunde kombinieren möchte. Früher ein Leprazentrum, heute ein Zentrum für AIDS und Tuberkulose. Im Grünen gelegen, eine schöne Umgebung, niedrige Pavillions, auch einigermaßen sauber, aber die hoffnungslosen Augen dieser Kranken zerreißen einem fast das Herz. Leider ist keiner der Direktoren zu sprechen, aber ich werde dranbleiben.

DSCN1413 (FILEminimizer)

Abends gehen wir noch etwas in den Gärten der Frauen spazieren. Einige Frauen ernten Hibiskusblätter. Sie werden einzeln abgeschnitten, gebündelt und am nächsten Tag für wenig Geld am Markt verkauft. Man bleibt stehen, grüßt, sagt ein paar Worte und geht weiter. Jedes Mal werde ich gefragt, ob ich nicht ein Büschel möchte. Ich entschuldige mich damit, dass ich keine Kochmöglichkeit hätte und jedes Mal hätten sie sie mir geschenkt. Und in Deutschland, wie würden solche flüchtigen Begegnungen da ablaufen?
Abends beim Abendessen vermisse ich meine Brille. Ich meine, sie dort irgendwo in den Gärten liegen gelassen zu haben. Na ja, ich bräuchte sie ja nur noch die letzten beiden Tage. Werde ich schon schaffen. Nichts im Vergleich zu einer Reise, wo mir schon auf dem Hinflug die Brille zerbrochen ist, und ich die ganze Reise mit nur einem Brillenglas gemeistert habe!

Donnerstag, 05.06.2014

Gespräch mit Caritas. Ich berichte über meine Aktivitäten und die Naturheilgruppe. Alle sind sehr stolz, dass diese Gruppe dank unserer Hilfe so lange Bestand hat. Da der Chef von Caritas alles koordiniert -die Medizingruppe, Bor, Cumura, die kirchlichen Schulen- verspricht er, sich für eine engere Verknüpfung und einen besseren Austausch einzusetzen.
Die italienische Freiwillige zeigt mir stolz das Ergebnis der Citronella- und auch Eukalyptusölextraktion. Sie hat sich sehr angestrengt, ein fehlendes Hähnchen für den Apparat besorgt, viel Zeit investiert und ist von dem mickrigen Ergebnis etwas enttäuscht. Aber toll, dass es geklappt hat.
Bei AD werde ich gefragt, ob ich meine Brille vermisse. Ein kleiner Junge hat sie samt meines schönen Etuis gefunden, und ich könnte sie bei ihm zu Hause abholen. Ich bin tief beeindruckt von der Ehrlichkeit dieses Jungen! Und sie ist auch noch sicher im Zimmer der Mutter aufbewahrt, damit ihr nichts passiert!
Die Frachtpapiere sind nun vollständig angekommen und auch ausgedruckt und wir begeben uns wieder in den Kreisel Spediteur. Diesmal besuchen wir noch die Schiffsagentur. Drei Männer bemühen sich, wälzen Aktenordner, und da sind sie! Am 5. Mai in Bissau angekommen! Es hätte also alles wie geplant klappen können, aber in Rotterdam hatte man beim Verladen auf ein anderes Schiff die Adresse vergessen. Und nun lagen die Bücher vier Wochen da und keiner hatte eine Ahnung wohin damit. Uff! Aber zu Gesicht habe ich sie nicht bekommen!
Zufällig hatten wir bei der Fluggesellschaft einen amerikanischen Arzt kennengelernt, der von seiner naturheilkundlichen Klinik in Bissau und seiner Behandlungen mit Moringa erzählt hat. Gerne hätte ich ihn mit der Ärztin der Naturheilgruppe in Kontakt gebracht. Wir waren im Laufe des Nachmittags dreimal dort, ohne Ergebnis.
Tiniguena, eine Gruppe, die auf den Bijagosinseln, vor Guiné gelegen, sehr aktiv ist, was Naturschutz anbelangt, hat eine schöne Fotoausstellung mit traditionellen Tänzen und Essen organisiert. Wir freuen uns über diese Aktivitäten.

Ausstellung Bijagos

Kofferpacken. Eigentlich haben wir viel da gelassen, nehmen aber noch mehr mit: frisch geröstete Cashew-kerne, Baobab-pulver, Taschen... um den Absatz etwas anzukurbeln. Aber wo ist meine Hose, die ich mir extra für meine Rückreise reserviert habe?

Freitag, 06.06.2014: Rückflug

Letzte Besprechung mit AD. Alle bekräftigen, dass wir gemeinsam im Sinne von Pepito weitermachen wollen. Wir hinterlassen einen genauen Plan, wo welche Teile der Lieferung hin gehören. Meine Hose taucht in der Hotelfachschule wieder auf. Alles komplett! Und ab zum Flughafen. Auf meine Bitte hin bekommen wir jeder 5 kg von unserem Übergepäck erlassen. Einfach sympathisch!
Und wir warten und warten. Um das Flugfeld herum haben Soldaten mit Maschinenpistolen Aufstellung genommen und harren eine Stunde bewegungslos in der Hitze aus. Es muss wohl eine wichtige Person ankommen. Eine rote Flagge mit schwarzem Dreieck wird hochgezogen. Schließlich nehmen auch Minister und Diplomaten Aufstellung und der Präsident von Osttimor, der in den letzten beiden Jahren eine versöhnende Rolle zwischen den verfeindeten Parteien in GB gespielt hat, schreitet Hände schüttelnd die Aufstellung ab. Alle verschwinden und wir können fliegen.
Anflug auf Dakar vom Meer her. Ist nicht so meins! Eine riesige Stadt mit Hochhäusern, soweit das Auge reicht. Der Farbton ist gelb-braun, wie mit einer Schicht Saharasand überzogen. Dicht neben unserer Landebahn auf dem Rollfeld steht ein Kranich in sehr gelassener Haltung. Wie er wohl unsere Landung beurteilt hat? Vielleicht nicht ganz so positiv.
Dakar ist wieder wesentlich kühler. Gähnende Leere am Kofferband in der Ankunftshalle. Was war das früher für ein Gerangel, als noch jeder hinein durfte und sofort bei der Ankunft eines Reisenden ein gnadenloser Kampf um seine Koffer eingesetzt hat.
Absolute Entschleunigung. 10 Stunden Aufenthalt, aber zu träge, um in die Stadt zu fahren und zuvor unsere Unzahl an Koffern irgendwo unterzubringen. Stattdessen ergattern wir zwei der wenigen Sitzplätze und richten uns ein, gestört von den vielen Mosquitos, die herumschwirren. Fürs Tagebuchschreiben wäre jetzt Zeit. Aber immer wieder muss ich aufschauen und meiner Begeisterung Ausdruck verleihen. Diese schönen hochgewachsenen Senegalesen begeistern mich. Irgendwie Großstadtflair. Die Männer mit ihren weiten Bubus, die sich beim Laufen im Winde aufblähen und die Damen mit ihren wunderschönen bunten, teilweise bestickten langen Roben, den hohen Stoffaufbauten auf dem Kopf, selbstbewusst mit schwingenden Hüften auf unendlich hohen Stilettos, dass mir allein beim Anblick schon schwindlig wird. Wie wunderschöne bunte Paradiesvögel auf einem Laufsteg. Wie werden sie auch genannt? „Die Gazellen von Dakar“.
Wie langweilig und farblos erscheinen da wir Weißen mit unserer Funktionskleidung von Jack Wolfskin und den Treckingsandalen! Nur ganz ganz vereinzelt sind schwarz verschleierte Frauen zu sehen. Wird das die Zukunft in der islamischen Welt sein? Zwischendurch kommt das Team von Emirates hereingerauscht, mit neckischen kleinen weißen Schleierchen am Hut. Ich liebe die Flughafenatmosphäre, diese spannende Erwartung! Auf einem Fernsehgerät läuft unaufhörlich ein Film über die Ebolaerkrankung, die in den letzten Wochen eine gefährliche Bedrohung der westafrikanischen Länder dargestellt hat, wobei das häufige Händewaschen mit Wasser und Seife propagiert wird. Lagen wir gar nicht so falsch!
Fast um Mitternacht dann der Rückflug in einem mit fast 500 Personen vollbesetzten Flugzeug. Kurzes Sprühen eines Antimosquitomittels und zurück nach Europa über ein beleuchtetes Dakar, nicht ganz wie Paris, aber doch wesentlich heller als das dunkle Bissau.
Ja und wieder sind wir nicht gebräunt aus Afrika zurückgekommen! Irgendetwas machen wir falsch.

Duft nach Vanille (FILEminimizer)

„As crianças são as flores da nossa luta“ (Die Kinder sind die Blüten unseres Kampfes) sagte der Staatgründer von GB, Amilcar Cabral!

2 Jungen in Schubkarre (FILEminimizer)

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